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„Reine Formalität, eine einfache Frage von Algorithmen und Rechenkapazität... “ –  Elijah Kamski

Der Turing-Test, benannt nach dessen Erfinder Alan Turing, ist ein im Jahre 1950 entwickeltes Prüfverfahren, um festzustellen, ob die Künstliche Intelligenz einer Maschine, der eines Menschen entspricht oder zumindest damit vergleichbar ist.

Hintergrund Bearbeiten

Turing-test

Der menschliche Fragensteller C (hier Präsidentin Warren) muss entscheiden, ob es sich bei A (hier Chloe) oder B (hier Jeffrey Fowler) jeweils um einen Computer oder um einen Menschen handelt. A und B müssen versuchen C davon zu überzeugen, dass sie selbst Menschen sind.

Laut Turing sind der Denkvorgang und die Intelligenz jedoch nicht formulierbar, wodurch sich der Test ausschließlich auf die Glaubhaftigkeit, der von einer Maschine gegebenen Antworten in einem Dialog bezieht.

Testbeschreibung Bearbeiten

Ein Mensch stellt einer beliebigen Maschine oder einem beliebigen künstlichen System, sowie einem Menschen, verschiedene Fragen. Am Verfahren beteiligt sind also immer drei Parteien: Zwei menschliche und eine KI. Der Fragensteller weiß jedoch nicht, welcher seiner beiden Gesprächspartner der Mensch und welcher die KI ist. Die Fragen werden ohne Hör- und Sichtkontakt über eine Tastatur und einen Bildschirm übermittelt und beide Dialogpartner antworten unabhängig voneinander.

Die KI hat den Turing-Test bestanden, wenn der Fragensteller nicht eindeutig zuordnen kann, bei welchem der beiden Antwortenden es sich um den Menschen und bei welchem um die Maschine handelt.

Kritik Bearbeiten

Viele Wissenschaftler sehen den Turing-Test kritisch, obwohl dieser, besonders nach dem Tod seines Namensgebers am 7. Juni 1954, stets weiterentwickelt und verbessert wurde. Einer der wohl schärfsten Kritiker des Prüfverfahrens ist vermutlich der amerikanische Philosoph John Searle. Dieser bemängelt, der Test prüfe lediglich im Hinblick auf Funktionalität, nicht auf das Vorhandensein von Intentionalität oder eines Bewusstseins. Mit seinem Gedankenexperiment "Chinesisches Zimmer" bemühte sich Searle nachzuweisen, dass es nicht ausreicht, dass eine programmierte Rechenmaschine den Turing-Test besteht, um als intelligent zu gelten.
Noch bevor Turing seinen Test veröffentlichte, war er sich dieser Problematik bereits bewusst. Jedoch war er, im Gegensatz zu Searle der Ansicht, dass der Test sehr wohl als Nachweis für ein Bewusstsein gelten könne. Weiter ging Turing davon aus, dass ein gewöhnlicher Fragensteller bereits im Jahre 2000 nur noch eine 70%ige Chance hätte, nach einem fünfminütigen Austausch, den Menschen von der Maschine zu unterscheiden. Dass diese Prognose bis heute so nicht eingetreten ist, sehen viele als Anzeichen einer generellen Unterschätzung von natürlicher Intelligenz an.

Beteiligung Bearbeiten

In Detroit: Become Human ist die von Elijah Kamski entwickelte Androidin namens Chloe, das erste Androidenmodell, welches den Turing-Test bestand. Das bedeutet, dass dieses dazu in der Lage ist, einem Menschen zu vermitteln, es sei selbst ein Mensch.

Siehe auch Bearbeiten